Mittelmeerklimate

 

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Diese Arbeit diente zur Vorbereitung für die Klausur im Fach Geographie zum 
ersten Staatsexamen an der PH Karlsruhe (März 2000)

Unsere Lerngruppe bestand u.a. aus:
Andreas Sanchez ( Sanchez178@aol.com )
Nabil Imam ( nabil_imam@hotmail.com )      
Dirk Bischoff ( dirk@bischoff-dietlingen.de )

Sie sind Besucher:  
(seit April 2003)

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Die Mittelmeerklimate und ihre landwirtschaftliche Bedeutung

2

1     Einleitung

Das Mittelmeer erstreckt sich ca. zwischen 7° westlicher und 35° östlicher Länge und zwischen 45° und 32° nördlicher Breite.

An seinen Küsten liegen zahlreiche Staaten Europas sowie Afrikas.

Dazu zählen u.a. Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, Türkei, Kroatien, Zypern (als einziger Inselstaat), sowie Marokko, Tunesien Ägypten und Israel um einmal die bekanntesten zu nennen.

Bedingt durch das Relief und die Lage der einzelnen Staaten, gehören nur Teilbereiche zu dem eigentlichen Mittelmeerklima mit seinem typischen Merkmalen.

Diese Teilbereiche an den Küsten der bereits erwähnten Staaten sind meist relativ schmal im Vergleich zur restlichen Landmasse. Zu den namentlich bekanntesten zählen die Côte d´Ázur (F), der gesamte Küstenabschnitt Spaniens von Girona bis zur Straße von Gibraltar mit den bekannten Abschnitten, Costa Brava, Costa Blanca und Costa del Sol, des weiteren die italienische Riviera und die zahlreichen Inseln, wie z.B. die Sporaden (GR) oder die Balearen, sowie Kreta, Sizilien, Sardinien und Korsika um hier nur einiges zu nennen.

Das Mittelmeer an sich gliedert in mehrere Abschnitte: Das Alger.-Provenz. Becken, das Tyrrhenische, das Ligurische, das Adriatische, das Ägäische, das Ionische Meer und das Levantinische Becken.

 

In dieser Arbeit verwende ich die Klimaklassifikation nach Köppen/Geiger. Diese Klassifikation bezieht sich hauptsächlich auf Temperatur und Niederschlag.

Köppen/Geiger wählten folgende Einteilung:

A            tropische Klimate

B            Trockenklimate

C            warmgemäßigte Klimate

D            Schneeklimate

E            Eisklimate

Das mediterrane Klima wird in dieser Klimaklassifikation als Csa-Klima bezeichnet: gemäßigt, sommertrocken, wärmster Monat über 22°C. Um zu beschreiben, wie es zu dieser Aussage von Köppen/Geiger kommt, bedarf es der Erklärung von mittelbaren und unmittelbaren Voraussetzungen des Klimas für den Mittelmeerraum.

Südlich des Mittelmeeres befindet sich BW- Klimate (Wüstenklimate). Im Norden Cf-Klimate (feuchtgemäßigtes Klima)

 

2     Mittelbare (nicht direkt) Voraussetzungen

2.1     Atmosphärische Zirkulation

In der folgenden Skizze wird versucht die Atmosphärische Zirkulation darzustellen. Dies ist ein vereinfachtes Modell (nach Flohn), in dem auf die dynamischen Gefüge und deren Folgen (Ausbuchtungen der Druckverhältnisse) verzichtet wird.

Es soll lediglich darstellen, dass sich der von uns zu beschreibende Bereich in der Frontalzone zwischen der subpolaren Tiefdruckrinne und dem subtropischen Hochdruckgürtel und dadurch im Westwind-Bereich befindet.

 

Skizze: Druck- und Windverteilung der Erde (nach Flohn)

 

 

Da sich das Mittelmeer auf er Nordhalbkugel befindet, beschränke ich mich bei den weiteren Erklärungen auf die Nordhalbkugel.

Als Grundvoraussetzung für diese Verhältnisse ist zunächst die solare Einstrahlung zu nennen. Sie ist der Motor für unser globales Klima.

Bedingt durch die Eklyptik und die Elypsenbahn der Erde um die Sonne ergibt aus der Sicht des Erdbetrachters eine scheinbare Sonnenwanderung.

Von entscheidender Bedeutung für die Verteilung der Hoch- und Tiefdruckgebiete sind die Höhenwestwinde.

Bedingt durch die ganzjährig intensive Sonneneinstrahlung am Äquator bilden sich hier wärmere Luftmassen als an den Polen. Die wärmeren Luftmassen am Äquator steigen bis zu einer Höhe von 16 Km auf bis zur Tropopause. Die kälteren Luftmassen am Pol jedoch nur bis zu einer Höhe von 9 Km. Dieser Druckunterschied wird durch Winde ausgeglichen. In Folge der Ablenkung durch die Corioliskraft wird aus Gradientwinden (Südwinde auf der Nordhalbkugel) Höhenwestwinde.

Der Bereich des schärfsten Übergangs zwischen tropischen und polaren Luftmassen, zwischen 35° und 60° wird die Frontalzone genannt. Hier ist das Druckgefälle besonders stark ausgeprägt (Masseneffekt).

 

Skizze: Vertikale Druckverteilung in der Troposphäre

 

Die abgelenkten Höhenwestwinde (geostrophische Winde) werden Jetstreams genannt, der schwächeren Subtropenjet und der stärkeren Polarfrontjet. Der Polarfrontjet liegt in einer Höhe von 10-12 Km über der Luftmassengrenze von warmer Tropikluft und kalter Polarluft.

Der Polarfront Jetstream mäandriert in 5 bis 6 Wellen um die ganze Erde. Dabei bilden sich Warmluftrücken und Kaltlufttröge. Durch divergierende und konvergierende Luftmassen am Rande des Jetstreams kommt es zur Bildung von Zyklonen und Antizyklonen. Die Zyklone drehen polwärts und bilden die subpolare Tiefdruckfurche. Die zum Äquator ziehenden Antizyklone tragen zur Bildung des subtropischen Hochdruckgürtels bei. Es treten Schwerpunktbereiche für die Bildung von Zyklonen und Antizyklonen auf. Auf der Nordhalbkugel liegen diese über den Ozeanen und heißen Island-Tief und Azoren-Hoch, sowie Aleuten-Tief und Pazifik-Hoch. Diese Bereiche sind aber nur quasistationär.

2.2     Verschiebung der ITC

Die ITC fällt nicht mit dem geographischen Äquator zusammen. Alle Druck- und Windgürtel der Erde verschieben sich jahreszeitlich mit der scheinbaren Sonnenwanderung. So verschiebt sich die Innertropische Konvergenzzone (ITC) im Nordsommer um ca. 15° nach Norden (Indien ca. 40°).

 

Jahreszeitliche Verlagerung von Druck- und Windgürteln
Quelle: Diercke Weltatlas, Braunschweig 19923, S. 220/221

Januar

  Juli

 

2.3     Auswirkungen der mittelbaren Voraussetzungen für das Klima des Mittelmeerraumes

Der Mittelmeerraum liegt ungefähr auf Höhe des 40. Breitengrades und somit am südlichen Rand der Frontalzone.

Großen Einfluss auf das Klima des Mittelmeerraumes hat die Verschiebung der ITC.

2.3.1.1     Nordwinter

Im Nordwinter liegt die ITC fast ausschließlich südlich des Äquators. Durch die Verschiebung der Windsysteme nach Süden kommt das Mittelmeergebiet unter den Einfluss der Westwindzone. Typisch hierfür ist der stetige Wechsel von Zyklonen und Antizyklonen. Im Nordwinter ist deshalb im Mittelmeerraum mit häufiger Bewölkung und Niederschlägen zu rechnen, zum Teil auch als Schnee (Winterregen)

Deshalb gehört der Mittelmeerraum zu den gemäßigten Klimaten und wird von Köppen/Geiger mit einem „C“ gekennzeichnet.

(Winter = humid)

2.3.1.2     Nordsommer

Im Nordsommer verschiebt sich die ITC nach Norden. Das Mittelmeergebiet kommt unter den Einfluss des subtropischen Hochdrückgürtels. Hier herrschen absteigende warme Luftmassen, die zu klarem blauen Himmel führen (azur blau). Da die Luftmassen sehr trocken sind, kommt es nur sehr selten zu Niederschlag. Die Zyklone der Westwindzone ziehen nördlich an dem konstanten Azorenhoch vorbei und erreichen somit nicht den Mittelmeerraum. Aufgrund der Trockenheit im Sommer spricht Köppen/Geiger hier von „Cs“ Klimaten (Sommertrocken / Sommerarid)

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3     Unmittelbare Voraussetzungen

3.1     Vorherrschende Windsysteme

Wie oben schon gezeigt liegt der Mittelmeerraum in der Frontalzone. Das vorherrschende Windsystem ist hier der Westwind, der jedoch nur im Nordwinter die Zyklone, die sich über dem Atlantik gebildet haben, in den Mittelmeerraum transportiert. Von Vorteil ist hier auch die Westlage am Kontinent.

Im östlichen Mittelmeer treten von Mai bis Oktober die Etesienwinde auf. Dies sind trockene, relativ kühle Winde aus Nord bis NE Richtung. Sie gaben dem Mittelmeerklima auch den Namen Etesienklima, was jedoch sehr ungenau ist, da sich diese Winde auf den östlichen Mittelmeerraum beschränken.

3.2     Lokale Winde im westlichen Mittelmeerraum

Die lokalen Winde des westlichen Mittelmeers sind für das Wirtschaftsleben , vor allem für die Landwirtschaft von Bedeutung.

Der Mistral ist ein relativ kalter Wind (Polarluft), der durch das Rhonetal nach Süden weht. Er kann Sturmstärke erreichen und ist für Fröste von November bis März in der Provence und umliegende Gebiete verantwortlich.

Der Scirocco ist ein heißer, trockener, staubbeladener Wind, der in den Wüsten Nordafrikas entsteht. Durch die über dem Mittelmeer gewonnene Feuchtigkeit kommt es an den Gebirgen zu Steigungsregen. Der Scirocco kann sogar noch über die Alpen uns als trockener Wind erreichen (staub auf Autos)

Der in Spanien als Glutwind gefürchtete Leveche ist mit dem Scirocco nahe verwandt. Er kann allerdings auf seinem kurzen Weg über das Mittelmeer kaum Feuchtigkeit aufnehmen.

Die Bora ist ein relativ kalter Fallwind, der an der dalmatinischen Küste vorwiegend im Winter auftritt. Er kann ebenfalls Sturmstärke erreichen

3.3     Relief

Bedingt durch den nahezu ständigen Westwindeinfluss unterliegt der Mittelmeerraum einem maritimen Klima.

Für das mediterrane Klima von besonderer Bedeutung sind die in Europa von West nach Ost verlaufende Gebirge (Pyrenäen, Alpenbogen, Karpatenbogen). Diese Gebirge halten in den Wintermonaten die kalte Polarluft weitgehend ab, in den Mittelmeerraum zu gelangen.

 

Für den Fall, dass sich das Thema auf die spanische Ostküste bezieht:

Betrachtet man das Relief der Gebirge genauer, so stellt man fest, dass die Berge zum Meer hin sehr steil abfallen. Deshalb herrscht hier eine sehr starke Reliefenergie, die die Erosion begünstigt.

 

3.4     Meeresströmung

Meeresströmungen spielen für das Klima im Mittelmeer nur eine untergeordnete Rolle. Der kalte Kanarenstrom ist zu gering, als dass er das Klima im Mittelmeerraum beeinflussen könnte. Der warme Nordatlantikstrom dient als „Warmwasserheizung“ für das Klima von West- und Nordeuropa.

Von Bedeutung für das mediterrane Klima ist jedoch das Mittelmeer als solches. Der sehr geringe Wasseraustausch mit dem Atlantik bedingt die ganzjährig relative Wärme des Mittelmeeres. Somit dient das Meer Wärmespeicher für die Küstengebiete.

 

 

3.5     Klimadaten

Zur Verdeutlichung ein paar Daten

Hier die Klimadiagramme von Alicante, Rom und Karlsruhe (nach Walter/Lieth). Es handelt sich um Schemazeichnungen. Das Diagramm soll lediglich die charakteristischen Merkmale des Klimas verdeutlichen.

 

 

 Quelle: http://www.klimadiagramme.de/Frame/indexeu.html 

Anhand der Diagramme von Rom und Alicante erkennt man die ausgiebigen Niederschläge im Winter und die Trockenheit in den Sommermonaten. Der Vergleich der Niederschlagsdaten von Rom und Karlsruhe zeigt, dass die Jahresniederschlagsmenge fast gleich groß ist, nur die Jahresverteilung sehr unterschiedlich ausfällt (in KA Niederschlagsmaximum im Sommer).

Man muss jedoch auch die potentielle Verdunstung in die Überlegungen miteinbeziehen. Im Mittelmeerraum tritt häufig ein Verdunstungsüberschuss auf, der zur Trockenheit führt. Zum Teil liegt die potentielle Verdunstung drei mal höher als die Niederschlagsmenge.

An hand der Jahresniederschlagsmenge von Alicante und Rom lässt sich der Unterschied von Luv und Lee Lage der Orte verdeutlichen. Alicante liegt an der Ostseite von Spanien und somit der windabgewandten Seite. Zudem wird Alicante durch die betische Kordillere vom Westwind „abgeschirmt“ (Leelage). Rom dagegen liegt an der Westseite von Italien (Luvlage).

An hand der Temperaturkurve erkennt man, dass der wärmste Monat in Alicante (26°C) und Rom (25°C) eine Durchschnittstemperatur über 22°C hat. ). Bezieht man sich auf die Klimaklassifikation von Köppen, so erhalten wir den dritten Buchstaben „a“ (wärmster Monat über 22°C). Daraus ergibt sich für uns die komplette Klassifikation für den Mittelmeerraum → Csa

3.6     Cs-Klimate anderer Kontinente

Der Mittelmeerraum ist nicht das einzige Gebiet der Erde mit Voraussetzungen für ein Cs Klima. Cs-Klimate kommen auch auf anderen Kontinenten vor. Sie liegen immer an der Westseite der Kontinente (Westwindzone) und ca. auf dem 40. Breitengrad, um im jeweiligen Sommer vom subtropischen Hochruckgürtel erreicht zu werden.

Cs- Klimate finden wir in Kalifornien, Chile, Südafrika und Australien.

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4     Böden und Vegetation

4.1     Böden

In Csa Klimaten rund um das Mittelmeer finden wir ausschließlich Terra rossa und Terra fusca (mediterrane Rot– und Braunerden). Sie liegen auf einem gering-mächtigen Kalksteinuntergrund und werden deshalb auch Kalksteinrotlehm oder Kalksteinbraunlehm bezeichnet.

Sie weisen alle einen geringen Humusgehalt des Oberbodens aus. Sie sind stark lehmig und haben einen hohen Tonanteil, was den Boden sehr dicht macht und einen ausreichenden Wasser- und Lufthaushalt kaum ermöglicht. In trockeneren Gebieten findet man aber auch Xerorendzina, die extrem trocken, wenig belebt und humusarm sind.

In den Wintermonaten, wenn die Niederschläge einsetzen, die teilweise als Starkregenereignis (torrentielle Regen) fallen, kann es zu starken Bodenabtragungsprozessen führen.

Die mediterranen Böden sind nicht gerade vorteilhaft für eine extensive, großflächige Landwirtschaft. Lediglich bedingt durch feinkörnige Anspülungen in Mulden, an Unterhängen und Gebieten in Flussnähe sowie Tälern mit Lockersedimenten ist eine extensive  Landwirtschaft interessant.

In allen anderen Gebieten, die man durchaus als Ungunsträume bezeichnen kann, ist dies nur durch intensive Bewässerung möglich. Auf die Bewässerung und ihre Arten gehe ich später explizit ein.

4.2     Vegetation

Im Mittelmeerklima wachsen zahlreiche Pflanzen, die sich der sommerlichen Hitze und Trockenheit angepasst haben.

Die ursprüngliche Vegetation des westlichen Mittelmeerraumes bestand im wesentlichen aus Eichenwäldern (Kork- und Steineiche). Durch Jahrhunderte währende Abholzung sind diese Wälder jedoch kaum mehr zu finden.

Die heutige Vegetation bestehen aus Gräser, Sträucher (Macchie) und Bäume, die unter dem Oberbegriff „Mediterranvegetation“ zusammengefasst werden können. Viele dieser Pflanzen haben kleine immergrüne Blätter mit harter, lederartiger Oberfläche oder Dornen, was sie vor großer Verdunstung schützt. Man nennt sie deshalb auch immergrüne Hartlaubgewächse. Typische Vertreter sind z.B. die Agave, die Korkeiche, die Pinie, der Lorbeer und der Erdbeerbaum, das Wahrzeichen der spanischen Hauptstadt Madrid.

Des weiteren sind die Kulturpflanzen des Mittelmeerraums aufzuzählen. Da wären der für das gesamte Gebiet kennzeichnende Oliven- oder Ölbaum, die Weinrebe, die Zitrusfrüchte und der Mandelbaum, um die wichtigsten zu nennen. Der Olivenbaum gilt als Charakterpflanze des Csa-Klimas, da sich sein Verbreitungsgebiet mit dem des Mittelmeerklimas weitgehend deckt. Er versorgt die Bewohner vielfach mit dem lebensnotwendigen Fett, da die Viehhaltung dazu nicht in der Lage ist. Seine ehemals dominierende wirtschaftliche Stellung hat der Olivenbaum an die Weinrebe und die Zitrusbäume verloren.

Alle anderen Anbaukulturen, wie die uns aus den hiesigen Supermärkten bekannten Gemüse- und Obstsorten sind von künstlichen Bewässerungssystemen abhängig.

5     Bewässerung

Auf Grund der klimatischen Bedingungen ist in den Csa-Klimaten eine extensive Landwirtschaft nur mit künstlicher Bewässerung möglich.

Schon die Römer, vor über 2000 Jahren erkannten dieses Problem und schufen die ersten Bewässerungssysteme entlang des Mittelmeeres. 1000 Jahre später führten die Mauren diese Tradition fort und perfektionierten viele Bereiche.

Das Wasser entnimmt man Brunnen und Flüssen oder man sammelt es in Stauseen und kleineren Reservoirs, um in den trockenen Monaten genügend Wasser zur Verfügung zu haben. So ist es im Mittelmeerraum durch Bewässerungsfeldbau möglich bis zu 5 Ernten pro Jahr einzubringen.

Heute unterscheidet man 4 Bewässerungsarten. Die Oberflächen- und die Unterflurbewässerung, die Feldberegnung und die Tropfenbewässerung.

5.1     Oberflächenbewässerung

Man unterscheidet zwei Arten der Oberflächenbewässerung. Die Furchenbewässerung und den Flächenüberstau.

Beim Flächenüberstau wird die gesamte Fläche eines Feldes überflutet. Nachteil ist die enorme Verdunstung. Etwas effektiver ist die Furchenbewässerung. Bei diesem Verfahren leitet man das Wasser in Furchen zu den in parallelen Reihen angebauten Pflanzen.

5.2     Unterflurbewässerung

Man kann dieses Verfahren auch Grundwasserregulierung nennen, da der Grundwasserspiegel durch unterirdische Zuleitungen anzuheben versucht wird.

Jedoch ist dies nicht sehr effektiv, da enorme Versickerungsraten und Versalzung des Bodens auftreten können.

5.3     Feldberegnung

Diese Form ist weit verbreitet. Dabei wird mit Beregnungsanlagen eine feine Verteilung wie durch natürlichen Regen simuliert. Jedoch nur nachts einsetzbar, da sonst zu hohe Verdunstung.

5.4     Tropfbewässerung

Effektivste Form, da durch Schlauchsysteme, die direkt zu den Pflanzen führen, das Wasser exakt dosiert werden kann und somit eine Wasserersparnis von ca. 60% möglich ist. Dies ist ein entscheidender Vorteil in den semiariden (im Sommer ariden) Gebieten.

 

6     Literatur

Engelmann, Dieter; Wolfgang Latz: Landschaftsgürtel. Ökologie und Nutzung. Braunschweig 1993.

 

Jätzold, Ralph u.a.: Physische Geographie. Hannover 1992

 

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